Herbert Arp / Dienstaufsichtsbeschwerde


Titel (der Anthologie)Tschüsschen, Tschüsschen III (Äquinoktium) 

Autoren: Mirco Adam, Georg Adamah, Herbert Arp, Wolfgang Brunner, Julia Dest, Alexander Kühl, Alexandra Mazar, Mari März, Colja Nowak, Clem. C. Schermann

Herausgeber: Julia Dest / Paperwork 

Formate: E-Book (inklusive Kindle Unlimited) - exklusiv verfügbar bei Amazon.

Taschenbuch, ca. 316 Seiten, erhältlich bei BoD, Amazon, Thalia usw., sowie im stationären Buchhandel.

 

Link zu Amazon

 


Klappentext:

 

Mit dem Satz des Pythagoras sind Sie bestens vertraut? Sie haben auch schon von der Einstein'schen Relativitätstheorie gehört? Aber kennen Sie auch den Dahl'schen Ansatz? Dieser Theorie des Schriftstellers Roald Dahl zufolge ist nichts so skurril wie das Leben selbst … Außer vielleicht die kranke Fantasie von Schriftstellern.

Ein drittes Mal Tschüsschen, Tschüsschen - diesmal sind es zehn außergewöhnliche Autorinnen und Autoren, die mit ihren verstörenden Kurzgeschichten die Nerven ihrer Leser auf eine knallharte Probe stellen.
Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt. Überlegen Sie es sich! Und falls Sie partout nicht davor zurückschrecken, sich diesem Konvolut schriftstellerischer Abgründe hinzugeben: Vorsicht beim Lesen! 
Und freuen Sie sich bloß nicht zu früh, denn erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt, und drittens …
Viel Spaß mit der Nummer drei!  

 

 

Besprechung:

 

Heute geht es an dieser Stelle um "Dienstaufsichtsbeschwerde" von HERBERT ARP. Jene Kurzgeschichte ist Bestandteil der dritten "Tschüsschen, Tschüsschen"-Anthologie, in der sich erneut unterschiedliche Autoren zusammengetan haben, um die Leserschaft mit skurrilen Geschichten zu beglücken. Und in dieses Genre passt HERBERT ARPS Beitrag mit Sicherheit, wenngleich (oder weil :-)) er vor Gesellschaftskritik nur so strotzt. 

Doch zurück auf Anfang: Bereits der brottrockene Titel bescherte mir ein leichtes Magendrücken, obwohl ich nie in einer Behörde angestellt war, noch das Opfer einer derartigen Beschwerde wurde. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich gleich zu Beginn in eine riesiges, ungemütliches "Amt" versetzt, den gleichnamigen Schimmel inklusive. Ein unwillkürliches Frösteln machte sich breit, selbst wenn im (durchaus luxuriösen) Büro des betroffenen Dezernatsleiters Herrn Urian, ein tapferer Blumenstrauß sein Bestes gab, um gegen diese Unbehaglichkeit anzuduften.

Mein diesbezügliches Empfinden war zweifelsfrei dem wunderbar passenden Schreibstil des Autors geschuldet. Absolut fokussiert bis ins kleinste Detail, sozusagen glasklar und nicht verhandelbar, rationaler Behördenjargon inklusive.

Was genau in jenem Dienstzimmer geschieht, nachdem Herr Urian Besuch von seiner Vorgesetzten, Frau Vera bekommen hat, die ihn hart und wenig herzlich mit der Dienstaufsichtsbeschwerde konfrontiert, kann ich leider kaum zusammenfassen. Es besteht ein hochgradiges Spoiler-Risiko und ich möchte keinem Leser das Vergnügen des "Erwachens und Erkennens" verderben. Schließlich wandelt sich die Story - quasi Satz für Satz - vom potenziell deprimierenden "Behördenkracher" zu einem vielschichtigen, stellenweise äußerst schwarzhumorigen, skurrilen Highlight.  

Nur soviel: Der Dialog zwischen den beiden Protagonisten hat es in sich und es kommen ungeheuerliche "Fakten" zu Tage. Fakten, die sich "Otto Normalbürger" nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorstellen kann. Und der Rest der Erdbevölkerung wohl auch nicht, lach. Den Schluss, bzw. Abgang der Protagonisten, hätte ich mir persönlich noch ein, zwei Sätzchen "ausgeschmückter" gewünscht, aber das tut dem Gesamturteil keinen Abbruch. 

 

Fazit: Klasse. Punkt. Und in jedem Fall handelt es sich um ein Werk, dass man ggf. zweimal lesen sollte. Allein deshalb, um die sorgsam zusammengetragenen Details, zahlreichen witzigen Ideen und Seitenhiebe gegen "dies, das und jenes" ;-) zur Gänze Revue passieren zu lassen.

 

Hinweis: Neben dem obigen "Angeknabbert" gibt's auf dieser Website noch ein Interview mit HERBERT ARP, sowie die Rubrik "Meet Hööörbert" (nur echt mit 3-mal "Ö"). Achtung: Akute Hööörsuchtgefahr! Darüber hinaus arbeitet das Multitalent derzeit an seinem Debütroman und ich befürchte, es werden hunderte, äußerst lesenswerte Seiten. Also: Merkt euch den Namen.