Titel:  ZOMBIES AUF MALLORCA - Outtakes 3: Titti Powers

Autoren: Damon Whitehead, Jutta Wiese

Formate: E-Book (Short Story, 64 Seiten)

Genre: Science Fiction, Horror

  

 

 

 Erhältlich bei Amazoninkl. Kindle Unlimited


Klappentext:

 

Gefressen wir ALLES - Hauptsache roh und blutig! Und da das in einer Zombiekalypse nun mal so ist, macht die mysteriöse Seuche selbstverständlich auch vor der Pornoindustrie nicht halt. Unversehens geraten Kult-Regisseur Harry S. Tremendez und seine Crew beim fröhlichen Insel-Filmdreh ins Zombie-Chaos. Das grausame Spektakel nimmt seinen Lauf, doch Titti Powers, Erotikdarstellerin mit Hirn, Herz und jeder Menge Mumm, nimmt den Kampf auf. Aufgewachsen im Zirkus, dazu perfekt im Umgang mit Pfeil und Bogen, stellt sie sich der gefährlichen Herausforderung ... (Kurzgeschichte)

Klassischer Zombie-Horror, gepaart mit einem Schuss Humor! Unserer neuen Heldin Titti Powers widmen wir mehr als eine Short Story. Im April 2019 folgt die erste Fortsetzung. Viel Spaß beim Lesen.

Leseprobe - Auszug, Kapitel 1:

 

Der lange Flur lag in einem düsteren, unheilvoll wirkenden Halbdunkel. Daran änderte auch das grelle Sonnenlicht nichts, das am anderen Ende aus dem Durchgang zur Eingangshalle drang und eine scharfkantige, gleißende Trapezform aus dem Schatten schnitt. In eben dieser Eingangshalle lauerten ein paar von den gefräßigen Dingern, eines gefährlich nah am Flurbereich.

Titti Powers konnte dessen heiseres Stöhnen hören. Kalte Schauer liefen ihr den Rücken hinab. Unter dem knappen, seidenen Morgenmantel schlug ihr Herz einen wilden und rauen Rhythmus. Sie presste ihre Hand auf die Brust und versuchte sich zu beruhigen, während sie den hellen Einschnitt im Auge behielt. Gleichzeitig wog sie in Gedanken mögliche Fluchtchancen ab.

Das Ergebnis fiel wie erwartet niederschmetternd aus. Schließlich war sie kopf- und planlos geflohen und stand nun am Ende des Wohntraktganges; vor ihr die letzte von insgesamt zehn geschlossenen Türen.

Wenn auch hier niemand öffnet … und eins von diesen Monstern in den Flur ... Sie stöhnte leise auf. Dann beugte sie sich vor und flüsterte ohne große Hoffnung: »Hallo? Ist jemand da drin? Hallo?«

Ihr Kopf begann erneut zu schmerzen. Eine Folge des kürzlich überstandenen Sturzes. Sie verbiss einen Fluch und lehnte die Stirn an das kühle Holz.

Dahinter ertönte plötzlich ein erstickt klingender Laut. Gleich darauf krächzte eine zittrige Männerstimme dumpf: »Wer … wer ist da?«

Titti atmete auf. Gott sei dank, Oskar, der Produzent, lebte noch.

»Ich bin’s, mach auf, schnell ...«, antwortete sie nicht besonders geistreich.

Besorgt drehte sie sich um und starrte mit brennenden Augen den Flur entlang. In der Nähe des Durchgangs zur Halle bewegte sich ein erster breiter Schatten, schwerfällig und ruckartig. Sie konnte sein Ächzen hören. Widerlich!

Wenn das Ding jetzt rüber kommt …, dachte sie voller Unruhe, doch das Glück blieb ihr weiterhin treu. Nach einer Weile änderte der Schatten seine Richtung und schlurfte wankend davon.

Seufzend wandte sie sich um und flüsterte drängend: »Oskar. Ein Glück, du lebst. Bitte, lass mich rein! Du bist der einzige, der mir helfen kann.«

Hinter der Tür rappelte es heftig. »Nein! Ich … ich kann nicht«, kreischte der Angesprochene hysterisch. »Dann beißen sie mich!«

»Schscht. Sei still, du lockst sie an!«, zischte Titti grimmig. Sie hatte es leid. »Wenn du nicht sofort aufmachst, schlage ich die Tür mit meiner Axt ein!«

Ein seltsam erstickt und irgendwie erstaunt klingender Laut drang durchs Türblatt. Oskar schien zu Tode erschrocken. Titti spürte beinahe körperlich, wie dessen Gedanken in heilloser Panik nur so flatterten.

»Na los!«, setzte sie energisch nach.

Einen Augenblick später drehte sich von innen der Schlüssel und ein Klacken ertönte. Titti schlüpfte hastig ins nun unverriegelte Zimmer, bevor Oskar auf dumme Gedanken kommen konnte und schloss eilig hinter sich ab.

Der schmächtige Produzent vor ihr wich schlotternd zum Doppelbett zurück und blickte sie mit bleichem, angstverzerrtem Gesicht an.

»Titti, du, du ...«, stammelte er überrascht, fügte dann empört hinzu: »He, du hast ja gar keine Axt!«

»Ach Oskar, du warst schon immer ein Schnellmerker«, erwiderte sie scharf.

Der Angesprochene erschrak und fiel aufs Bett. Dabei stieß er einen Schrei aus, als hätte ihn eine dieser scheußlichen Gestalten in den Klauen.

»Sei still!«, fuhr Titti ihn schroff an und rückte langsam von der Tür ab.

Auf dem Gang ertönten nun wirklich die schweren, ungelenken Schritte eines Untoten, vermutlich angelockt von Oskars Geschrei. Vielleicht gehörten die schweren Schritte ja zu Randolf. Und dieses Monstrum war einmal mein Filmpartner, dachte sie bitter.

»Oskar! Du hast eins von den Dingern aufgescheucht. Ich glaub, es ist Randolf.«

Der Produzent schniefte lautstark und vergrub schockiert das Gesicht in eines der Kissen auf dem Bett. Kurz darauf schnellte sein Kopf wieder in die Höhe und er fragte schrill: »Hat dich einer gebissen? Du siehst so aus!«

»Nein, mich hat keiner gebissen. Ich hab mir nur den Kopf angeschlagen.« Sie drohte mit beiden Fäusten. »Und jetzt halt endlich die Klappe!«

In diesem Moment wurde ihr kleines Streitgespräch jäh unterbrochen, denn der Untote knallte mit voller Wucht gegen die Außenseite der Tür. Sekunden später begann er, das Holz zu bearbeiten.

Im Geiste sah Titti bereits die Pranken der Kreatur durch das weiche Material dringen. Begleitet von einem diabolischen, abstoßenden Satyrgrinsen im toten Gesicht.

»Wir müssen so schnell wie möglich hier raus«, raunte sie nachdrücklich.

»Was?« Oskars Ton schlug in kreischende Panik um: »Ich geh hier nicht weg! Auf keinen Fall! Die Dinger sind gefährlich! Ich will nicht gefressen werden!« Er vergrub sein Antlitz erneut ins Bettzeug und weinte unbeherrscht los.

Titti ignorierte den hysterischen Mann für den Moment und eilte an die rückwärtige Fensterfront, die einen weiten Blick auf ein ausladendes Grundstück, samt marmorgefliester Terrasse, einem ovalförmigen Meerwasserpool und mehrere meterhohe Palmen bot.

Das luxuriöse Anwesen wurde von einer dichten Hecke begrenzt, die gleichzeitig vor neugierigen Spannerblicken schützte.

Sie sondierte die Umgebung. Am hinteren Ende des Pools entdeckte sie schließlich zwei zerfetzte Leichen in einer großen Blutlache. Aufgrund der Entfernung konnte sie nur eine davon identifizieren. Die blonde Mähne gehörte eindeutig Lilo, der netten, treusorgenden Produktionsassistentin.

Titti wandte hastig den Blick ab, der daraufhin auf eine gebeugt stehende und apathisch wirkende Gestalt traf, gleich in der Nähe einer hohen Palme. Sie keuchte. Oh, nein ...